Überströmungen in Heizungsanlagen.<

Überströmventile und andere Überströmungen

Überströmungen vom Vorlauf zum Rücklauf in Heizungsanlagen 

sinnvoll oder sinnlos?

 

Die Funktion von Überströmventilen in Heizungsanlagen, hinter Heizungspumpen, hat in der Praxis noch nie wirklich Sinn gemacht. Der damit gewollte Erfolg, den Differenzdruck hinter den Umwälzpumpen zu reduzieren, wurde nur selten erreicht. Grund: die Umwälzpumpen wurden früher um 100% oder mehr, zu groß ausgelegt.

Wo Ist die Überströmung sinnvoll?

Überströmventile sind in Heizungsanlagen nur in Heizgeräten mit Anforderungen an externe Mindestumlaufmengen gefordert. Bei geschlossenen Heizkörperventilen und geringen Wassermengen in den Heizgeräten könnte die Temperatur im Heizgerät zu hoch ansteigen. Bei diesen zumeist Brennwertwandgeräten ist das Überströmventil ein Bauteil des Geräts und nicht außerhalb im Rohrsystem. Diese Heizgeräte sind nicht mehr sehr häufig im Markt.

Warum wurden Überströmventile eingebaut?

Bis vor ca. 25 Jahren konnten Standardumwälzpumpen nicht hydraulisch geregelt oder mit einer Stufenschaltung an den geforderten Pumpendruck angepasst werden. Blog Umwälzpumpen.  Der Pumpendruck stieg bei wenigen geöffneten Heizkörpern und das federgeregelte Überströmventil öffnete den Übergang vom Vorlauf zum Rücklauf. Damit soll ein Rauschen von Heizkörpern vermieden werden. Das war damals der Grund  warum Überströmventile eingebaut wurden. Leider hat diese Funktion, aus oben genannten Gründen, nie wirklich funktioniert. Es werden auch heute noch diese brennwert- und hydraulikzerstörenden Überströmventile eingebaut!!!

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Überströmung am Dreiwege- Heizkörperventil.

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Funktion: wenn der Heizkörperthermostat schließt, öffnet die Überströmung. Warum wurden diese Ventile eingebaut? Diese Dreiwegethermostatventile wurden meist in Etagenheizungen mit wandhängenden Thermen bis ca. Baujahr 2000 eingebaut. Grund, es musste eine Überheizung der Therme vermieden werden. Dafür wird ein Wasserfluss durch das Dreiwegeventil garantiert. Bei einer Heizungssanierung muss diese Konstruktion zwingend entfernt werden. Bei der Durchführung Hydraulischer Abgleich fällt diese Konstruktion auf. Es darf sich auch nicht vor einem Umbau, Demontage der Bypassleitung,  gefürchtet werden. Diese Konstruktion entspricht nicht mehr den technischen Regeln.

Überströmungen durch eine hydraulische Weiche

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Die Darstellung stellt die Alltagssituation bei dem Betrieb eines Brennwertheizgeräts mit hydraulischer Weiche dar.

Was sind hydraulische Weichen?

Es sind simpel gesagt Wärmetauscher. Haupteinsatzgebiet in Heizungsanlagen jeglicher Größen. Es wird mit einer hydraulischen Weiche bezweckt, eine Trennung der geringen Umlaufwassermenge durch den Wärmeerzeuger von einer großen Umlaufwassermenge im Heizkörperkreis. In der hydraulischen Weiche entsteht eine Wasserdurchmischung der hohen Temperatur mit wenig Wasser vom Kessel und der hohen Wassermenge durch den Heizkreis.

Regelungseinstellung

Eine Einstellung, wie sie in den meisten Fällen vorgefunden wird, eine hohe Regelungseinstellung (Temperatureinstellung). Durch die überhöhte  Regelungseinstellung werden die Heizkörperthermostate am Heizkörper schließen. Mehr im Blog Heizkörperventile. Die Umlaufwassermenge durch die Weiche sinkt erheblich. Die Umlaufwassermenge von dem Brennwertgerät bleibt gleich. Die Rücklauftemperatur zum Brennwertgerät steigt häufig über die Kondensattemperatur von 56°C und aus dem Brennwertgerät wird ein Heizwertgerät.

Abhilfe

Abhilfe bei der Nutzung eines Brennwertgeräts mit hydraulischer Weiche. Es muss die Heizungsregelung für beide Kreise exakt eingestellt werden. Es muss eine Einstellung der Außensteuerung gewählt werden, bei der die Kesselwassertemperatur so niedrig wie möglich betrieben wird.

Wann ist eine hydraulische Weiche erforderlich?

Hydraulische Weichen sind in Einzelfällen bei kleineren Brennwertheizgeräten  sinnvoll. Grund: Brennwertgerätehersteller geben eine maximale Wasserdurchlaufmenge durch das Brennwertgerät an. Diese maximale Wassermenge wird in nicht hydraulisch abgeglichenen Heizungsanlagen häufig überschritten. In dem Fall ist eine hydraulische Weiche erforderlich. In hydraulisch abgeglichenen Heizungsanlagen werden die maximalen Wassermengen der Geräteherstellerangaben weit unterschritten und es ist somit keine hydraulische Weiche erforderlich.

Ihr Bernd Wulfestieg

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