Heizungspumpen allgemeine Informationen zu den Funktionen.<

Heizungshydraulik – Heizungspumpen.

Wasserbeschleunigung durch Heizungspumpen

Der Pumpendruck wird meist in m (Meter) bezeichnet, gängig sind auch Angaben in mBar  (Millibar). Umrechnung 1m entspricht 100 mBar.

Es wird viel gerätselt

Häufig höre ich von interessierten Leuten, dass der Pumpendruck auch von der Gebäudehöhe abhängig ist. Das stimmt nicht. Der Pumpendruck bleibt auch in höheren Gebäuden in allen Etagen an allen Heizkörperventilen gleich. Der Pumpenumlauf ist ein geschlossener Kreislauf, in dem das Wassergewicht keine große Rolle spielt. Wichtig dabei ist, dass der Anlagennullpunkt durch korrekten Ausdehnungsgefäßeinbau und Vordruckeinstellung richtig festgelegt ist.

 

Detailerklärung.

Pumpendruck

Der Pumpendruck setzt sich zusammen aus Druck und Sog. Druck und Sog summieren sich im Anlagensystem immer auf den an der Pumpe eingestellten Druck. An einer Stelle in der Anlage wechselt der Druck ausschließlich in Sog.

Anlagennullpunkt

Diese Stelle muss festgelegt werden. Wird dieser Punkt, genannt Anlagennullpunkt, nicht durch korrekten Einsatz des Ausdehnungsgefäßes festgelegt, können erhebliche Kavitationsgeräusche (Kavitation: Mikroluftblasen, verursacht durch schnelle Flügelrotation), insbesondere bei Pumpen mit hohen Pumpendruckeinstellungen, entstehen. Der Saugbereich des Heizungskreislauf muss möglichst klein gehalten werden, aus dem Grund wird das Ausdehnungsgefäß im Rücklauf vor dem Kessel eingebaut.

Ausdehnungsvordruck

Wichtig ist der Ausdehnungsvordruck, er darf maximal nur dem Wasserdruck in der kalten Heizung entsprechen. Er darf auch nicht zu gering sein, sonst verliert das Ausdehnungsgefäß seine Wirkung.

Nun auch die Gebäudehöhe

Beispiel:

Ausdehnungsvordruck    1,2 Bar

Heizungsfülldruck            1,5 Bar oder 15 m.

Die 0,3 Bar sind die Wasservorlage (Wasserinhalt im kalten Zustand der Anlage)

Wasservorlage im Ausdehnungsgefäß

Der Ausdehnungsvordruck darf in der Beispielanlage höchstens 1,2 Bar betragen. 0,3 Bar sind die Wasservorlage im Gefäß. Wasservorlage, um die richtige Funktion zu gewährleisten, muss sich auch im kalten Anlagenzustand Wasser im Ausdehnungsgefäß befinden.  Ohne Wasservorlage im Ausdehnungsgefäß hat dieses keine Funktion auf die Einstellung des Anlagennullpunkts. Mehr im Blog Ausdehnungsgefäße.

Praxisbeispiel

Aus der Praxis: viele Nutzer und Installateure haben beim Wassernachfüllen in laufenden Heizungsanlagen festgestellt, dass an einem Punkt der Druck am Manometer nur noch langsam steigt und die Fließgeräusche aufhören. Das ist der Punkt, an dem die Wasservorlage im Ausdehnungsgefäß aufgefüllt wird und der Anlagennullpunkt fixiert wird.

 Fazit

Fazit dieses Blogs: die Gebäudehöhe spielt für den Pumpendruck keine Rolle.

Es müssen zwei Wassermengen in Heizungsanlagen beachtet werden.

Die Wassermenge, die im Kreis läuft, durch die Pumpe angetrieben.

Die Wassermenge, die in die Heizungsanlage gefüllt werden muss.

 

Ihr Bernd Wulfestieg

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