Trinkwasserhygiene. Trinkwasser, das Lebensmittel.<

Warum Trinkwasserhygiene? Das Wasser aus den Wasserwerken ist doch sauber!

Wasser aus den Wasserwerken ist das am meisten getestete und gereinigte Lebensmittel in Deutschland. Es ist weitgehend, bis zu der Hausübergabe, keim -und bakterienfrei.

 Hausübergabe?

Die Hausübergabestelle ist in der Regel der Wasserzähler, bis dahin sind die Wasserwerke für die Wasserqualität zuständig. Was danach passiert, ist nicht mehr Sache der Wasserwerke oder des Wasserlieferanten sondern der Hauseigentümer.

Ausnahme

In Mehrfamilienhäusern, in denen der Wohnungswasserzähler von dem Wasserlieferanten direkt abgelesen und abgerechnet wird. In diesen Gebäuden ist die Übergabestelle der erste Abstellhahn hinter dem Wassereingang in das Gebäude. Weitere Ausnahmen sind in einzelnen Gebäuden vertraglich geregelt.

Die Schwachstellen in der Trinkwasserhygiene.

Hauptproblem.

Die Schwachstellen befinden sich in den Gebäuden. Das Hauptproblem sind Trinkwasserleitungen, in denen das Wasser nicht bewegt wird, also nicht fließt oder aus denen kein oder nur selten Wasser gezapft wird. Die Verkeimung des stehenden Wassers beginnt schon in den ersten Stunden. Ungefähr nach einem Tag kann davon ausgegangen werden, dass das Wasser nicht mehr den Trinkwasseransprüchen genügt, also kein Trinkwasser mehr ist. Ein wichtiger Satz in der Trinkwasserhygiene,   “ Trinkwasser muss fließen“. 

Weitere Problemstellen.

Weitere Problemstellen sind alte Rohrleitungen aus verzinktem Rohr und Bleirohrleitungen. Bleirohrleitungen wurden bis in die sechziger Jahre verlegt. Verzinkte Leitungen bis in die neunziger Jahre. Auch alte Kupferleitungen sind nicht ganz problemfrei.

Entstehung von Verkeimungen.

Auch bei hygienisch einwandfreiem Wasser, geliefert von den Wasserwerken, enthält dieses Wasser einzelne Keime, Bakterien und Legionellen. Diese Anzahl Schädlinge in den Leitungen der Wasserwerke sind für die Trinkwassernutzer unschädlich. Aber, die Menge macht das Gift. In stehendem Wasser entwickeln und vermehren sich diese geringen Mengen an Keimen und werden in der Menge zu Schädlingen.

Keimvermehrung.

Wenn die einzelnen Keime nicht durch Wasserzapfung oder Wassernutzung bewegt, also ausgespült werden, steht das Wasser in den Rohren. Die wenigen vorhandenen Keime vermehren sich, das Trinkwasser verkeimt und kann nicht mehr als Trinkwasser bezeichnet werden.

Wassertemperatur.

Ein Beschleuniger der Vermehrung ist die Temperatur des stehenden Wassers. Stehendes Wasser in Wasserrohrleitungen nimmt sehr schnell die Raumtemperatur an. Fließendes Wasser hat meist eine Temperatur um 8°C. Bei dieser Temperatur vermehren sich Keime nur langsam. Das Wasser in stehenden Leitungen nimmt bei ungedämmten Rohren sehr schnell, in ca. 1 Std. die Raumtemperatur an. Bei gedämmten Rohren dauert es etwas länger, bis 10 Std. Dann hat das Wasser eine für Keime Wohlfühltemperatur und sie vermehren sich rasant.

Weiteres Unangenehmes.

Wenn sich die Keime erst einmal in einer stehenden Leitung ausgebreitet haben, gehen sie auch in den Bereich von fließendem Wasser. Sie bewegen sich dann sogar gegen die Fließrichtung.

Weitere Trinkwasseranforderungen in folgenden Blogbeiträgen.

Warmwasser, Groß- und Kleinanlagen. Problemstellen Warmwasser in Klein- sowie Großanlagen. Rohrverlegungen in Trinkwasseranlagen. Energieverluste in zentralen Warmwasseranlagen. Was machen Wasserfilter?

Anmerkung

Das beliebte Wasser aus der Wasserflasche, insbesondere ohne Kohlensäure, wird häufig über mehrere Tage verbraucht. Auch bei diesem Trinkwasser gilt, Wasser muss fließen. Nach einem Tag kann davon ausgegangen werden das dieses Wasser verkeimt ist. Insbesondere wenn direkt aus der Flasche getrunken wird.

 

Ihr Bernd Wulfestieg

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