Trinkwasser, Problemrohre.<

Als Problem- Trinkwasserleitungen müssen angesehen werden:

  1. verzinkte Stahlrohre
  2. Bleirohre

Verzinkte Stahlrohre.

Verzinkte Trinkwasserleitung, Innenansicht der Steigeleitungen aus einer Eigentumswohnanlage in Hannover im Oktober 2017.

Es muss davon ausgegangen werden, dass alle verzinkten Trinkwasserleitungen nach ca. 30 Jahren so aussehen.

In dem Bild ist zu sehen, wie weit die innere Verkrustung in der Trinkwasserleitung fortgeschritten ist. Es muss davon ausgegangen werden, dass alle als Trinkwasser genutzten, verzinkten Leitungen je nach Wasserqualität so oder ähnlich aussehen. Dramatisch wird es bei dünneren Versorgungsleitungen, z.B. zur WC Spülung oder Waschbecken. Winkel oder T- Stücke setzen sich sehr schnell ganz zu.

Folgen der Verkrustung.

Bei der vorhandenen Verkrustung kann nicht mehr von Trinkwasser gesprochen werden. Es sind nicht nur die eingeschränkten Rohrdurchmesser, die zu einer Unterversorgung der Wasserversorgung führen können. Es muss damit gerechnet werden, dass das Wasser aus diesen Rohren verkeimt ist. Keime bilden sich in den Nischen und kleinen Ritzen zwischen den Verkrustungen. Dazu kommt es noch zu Rost in dem Wasser. Das führt zu unschönen Wasserverfärbungen. Seltener wurden verzinkte Stahlrohre zur Warmwasserversorgung genutzt, in dem Fall besteht eine erhöhte Gefahr des Legionellenbefalls.

Sanierung.

Eine Sanierung, also Austausch der Wasserrohre, ist aus meiner Sicht die einzige sinnvolle Gegenmaßnahme. Sanierung bedeutet, es muss die Kellerleitung bis zum Hausanschluss erneuert werden. Es müssen die Steigeleitungen in den Gebäuden erneuert werden. Es müssen die Wohnungsverteilungen, auch die unter Putz und Fliesen, erneuert werden. Das Gebäude wird bei einer Sanierung zur Baustelle. Sinnvoll ist es bei der Sanierung, auch gleich die Abflussrohre mit zu bedenken. Sollten Heizungs- und Warmwasserleitungen in den Versorgungsschächten liegen, müssen alle Leitungen nach EneV gedämmt werden. Grund: Hygieneanforderungen (Kaltwasser darf nicht durch danebenliegende Rohre erwärmt werden). Dämmung nach EneV ist insbesondere bei der Warmwasserzirkulation eine Verbrauchsoptimierung.

Ein Sanierungsversuch mit Sandstrahlung des Rohrinneren hätte vermutlich bei den abgebildeten Rohren zu einem Totalschaden der Wasserversorgung geführt.

Bleirohre.

Bleir

Optik der Bleirohre, sie sind grau und lassen sich mit dem Fingernagel ankratzen. Die Rohrverlegung erfolgt in weichen Bögen.

Problem mit Bleirohren.

Blei im Trinkwasser kann zu erheblichen Gesundheitsschädigungen mit Spätfolgen insbesondere bei Schwangerschaften und Kindern führen.

In alten Bleirohren befindet sich eine Schutzschicht, die verhindert, dass Blei in das Trinkwasser kommt. Diese Schutzschicht ist aber nicht durchgängig sicher, so dass auch bei alten, nicht bearbeiteten Bleirohren eine Bleizufuhr in das Trinkwasser gegeben sein kann.

Geltendes Recht.

Die Trinkwasserverordnung sagt aus, dass ab dem 01.01.2013 für Blei ein Grenzwert von 10 μg/l (Mikrogramm je Liter) Blei im Trinkwasser besteht. Die Verantwortung führ die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte innerhalb des Gebäudes hat der Haus- und Wohnungseigentümer. Deshalb sollten Trinkwasserinstallationen in Wohngebäuden mit Wasserleitungen aus Blei saniert werden.

Bleileitungen können bis 1970 verbaut worden sein.

Bleileitungen können undicht werden, eine Reparatur darf nicht durchgeführt werden. Weiterhin dürfen keine Bearbeitungen an Bleileitungen, z.B. Einlöten von Rohrabzweigungen, vorgenommen werden. Jede Beschädigung der inneren Schutzschicht der Bleileitung bedeutet eine massive Erhöhung des Bleigehalts im Trinkwasser. Bei der Notwendigkeit einer Bearbeitung ist das gesamte Rohrsystem aus Blei umgehend zu sanieren.

Was sollte sicherheitshalber bei Blei- Installationen getan werden?

Der Nutzer, Mieter oder Bewohner des Gebäudes sollte das Wasser vor der Nutzung so lange laufen lassen, bis es merkbar kälter geworden ist. Damit kann sichergestellt werden, dass die Leitungen durchgespült werden und nicht mehr das Blei aus den stehenden Leitungen an der Zapfstelle ankommt. Eine grundsätzliche Sicherheit bedeutet das nicht, denn das Blei kann auch in das fließende Wasser übertreten.

Dem Besitzer des Gebäudes mit Bleiinstallationen kann nur empfohlen werden, eine Sanierung der Trinkwasserleitung durchzuführen.

Ihr Bernd Wulfestieg

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