Hilfe, meine Heizung macht Lärm??? Teil 3. Vibrieren, Brummen wie ein Massagegerät und dazu noch Rauschen.

Welche Geräuschbelästigungen können aus der Heizung kommen?

Die Geräuschbelästigungen die aus der Heizung kommen, sind vielfältig mit unterschiedlichen Ursachen.

  1. Knackgeräusche. Häufigster Mangel.
  2. Bohrmaschinenartiges Rattern. Lautestes Geräusch aus der Heizung.
  3. Fließgeräusche. Nach dem Knacken das häufigste Geräusch.
  4. Rauschen aus dem Heizkessel.
  5. Brummen, Vibration.

Geräusche aus der Heizung dürfen nicht sein. Es gibt einige Gerichtsurteile, die geräuschgeplagten Mietern das Recht zusprechen, bei Geräuschbelästigungen die Miete zu kürzen. Ich habe auch schon als bestellter und vereidigter Sachverständiger an solchen Gerichtsverhandlungen teilgenommen.

Fließgeräusche aus dem Heizkörperventil.

Viele Beschwerden über Heizungsgeräusche sind Fließgeräusche aus Heizkörperventilen.

Die Geräusche werden häufig durch die Geräuschempfindlichen voreinstellbaren Heizkörperventile erzeugt. Laut Hersteller dürfen diese Ventile nur mit einem Pumpendruck von 2m betrieben werden. Einige fangen schon früher an zu rauschen. Der zu hohe Pumpendruck ist also die Hauptursache für Rauschen aus Thermostatventilen. In hydraulisch abgeglichene Heizungsanlagen mit differenzdruckabhängigen voreinstellbaren Heizkörperventilen ist ein Pumpendruck über 1,5m kontraproduktiv, es werden mit großer Wahrscheinlichkeit Fließgeräusche erzeugt.

Ventilarten.

Moderne differenzdruckunabhängige Heizkörperventile können höhere Pumpendrücke meistens, aber nicht immer geräuschfrei verarbeiten. Auch bei diesen Ventilen habe ich an meiner Testwand Fließgeräusche festgestellt. Bei  differenzdruckunabhängigenVentilen sollte der Pumpendruck 3m nicht überschreiten.

Die differenzdruckunabhängigen (Heimeier Eclipse, Danfoss Ventile sollten immer bei einem Heizungsumbau auf wandhängende Brennwertgeräte genutzt werden. Bei diesen Geräten ist der Pumpendruck meist nicht voreinstellbar und moduliert mit der Brennerflammengröße. Bei differenzdruckabhängigen Heizkörperventilen sind bei den wandhängenden Geräten Geräusche garantiert.

Info.

Das bedeutet, der Pumpendruck bei geräteinternen Pumpen kann mal 1m und bei großer Flamme auch mal 4m betragen, dabei kann es bei differenzdruckabhängigen Heizkörperventilen zu unberechenbaren Geräuschen und unberechenbaren Durchflussmengen durch den Heizkörper kommen.

Abhilfe.

  1. Pumpendruck an die Ventilart anpassen.
    1. Sind differenzdruckabhängige voreinstellbare Heizkörperventile verbaut, Pumpendruck maximal 1,5m.
    2. Sind differenzdruckunabhängige voreinstellbare Ventile verbaut, Pumpendruck maximal 3m.
    3. Sind Ventile ohne Voreinstellung verbaut, sollte die Pumpeneinstellung solange reduziert werden, bis die Geräusche verschwunden sind.
    4. Bei Umwälzpumpen ohne Differenzdruckeinstellung sollte die Pumpe Stufenweise heruntergestellt werden. In den meisten Fällen reicht Stufe 1.
    5. Installateure sollten sehr vorsichtig mit dem Pumpendruck umgehen, auch wenn Heizkörper nicht warm werden, ist das Verstärken des Pumpendrucks falsch. Es sollte geprüft werden, ob ein hydraulischer Abgleich Sinn macht.

Luft im Heizkörperventil.

Luft im Heizkörperventil führt auch zu rauschenden Fließgeräuschen. Häufig ist das Entlüften an dem Heizkörperentlüfter nicht möglich. In dem Fall liegt eine falsche Montage vor. Der Heizkörper hat keine Steigung zum Heizkörperentlüfter.

Wird die Luft über die Steigeleitung abgetragen,  dann muss der Heizkörper eine leichte Steigung zum Steigestrang haben. In dem Fall wird die Luft über den Steigestrang zu dem obersten Heizkörper geführt.

Abhilfe.

  1. Luftabführung über den Steigestrang. Heizungspumpe abschalten, sie drückt die Luft gegen die Entlüftungsrichtung. Heizkörperventil ganz öffnen, damit die Luft nach oben entweichen kann. Obersten Heizkörper entlüften.
  2. Ausdehnungsvordruck in der Anlage korrekt einstellen. Wasserdruck überhöhen, damit sich die Luftblasen verkleinern und von der Pumpe weiterbefördert werden können.

Rauschen aus dem Heizkessel.

Häufig hört man lautes Rauschen aus dem Heizkessel, wenn die geräteinterne Umwälzpumpe läuft. Das Rauschen hat häufig die Ursache, dass das Ausdehnungsgefäß keinen korrekten Vordruck hat. Auch könnte es sein, dass nur der Wasserdruck in der Heizung unter dem Ausdehnungsvordruck liegt.

Abhilfe.

  1. Ausdehnungsgefäß prüfen und korrekt einstellen. Wasserdruck ca. 0,3 Bar über den Ausdehnungsvordruck einstellen.
  2. Heizungswasser luftfrei nachfüllen.

Brummen, Vibration.

Brummen und Vibrationen kommen meist von der Heizungspumpe und können sich über das Rohrsystem verbreiten. Ursache ist eine Unrund laufende Heizungspumpe. Weitere Ursache, geschlossene Heizkörperventile und sehr hoch eingestellter Pumpedruck.

Abhilfe.

  1. Heizungspumpe erneuern.
  2. Heizkörperventile öffnen, wenn das Brummen aufhört, liegt ein Bedienungsfehler der Heizung vor. Die Heizungsregelung ist deutlich zu hoch eingestellt. Heizkörper geöffnet lassen und die Heizungsregelung niedriger einstellen. Hohe Heizungsregelungseinstellungen  und niedrig eingestellte Heizkörperthermostate erhöhen der Energieverbrauch massiv und schädigen die Umwälzpumpe.

Ihr Bernd Wulfestieg

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