Hydraulischer Abgleich und Hydraulische Weiche bei Brennwertheizgeräten = Energievergeudung?

Der hydraulische Abgleich nach der Optimus Studie Verfahren A ist schwer mit der Hydraulischen Weiche vereinbar.

Hydraulische Weiche und Hydraulischer Beispiel Anlage ohne Weiche.

Bei der Berechnung des Hydraulischen Abgleichs nach Verfahren B und der Optimus Studie werden hohe Vorlauftemperaturen gerechnet mit dem Vorteil, dass die Wasserdurchlaufmenge durch die Heizkörper minimiert wird.  Wenig Wasser  durch den Heizkörper bedeutet niedrige Rücklauftemperaturen und geringe Gesamtumlaufwassermengen. Auch beim hydraulischen Abgleich nach Verfahren A besteht ein ähnliches Problem. Bei Verfahren A können in den meisten Programmen die gewünschten Vorlauftemperaturen eingestellt werden.

Brennwerttabelle2

Energiespareffekt bei Brennwertgeräten sind niedrige Rücklauftemperaturen, Tabelle oben, in das Brennwertgerät. Ohne hydraulische Weiche kann eine sehr geringe Rücklauftemperatur gerechnet und eingestellt werden. Dadurch entsteht ein Energiespareffekt bis 10%. Bei Ölheizungen bis 6%.

Mit Weiche ist die Rücklauftemperatur abhängig von der Vorlauftemperatur.

Hyd Weiche 4

Die Rücklauftemperatur wird auf das Vorlauftemperatur- Niveau angehoben.

Fazit, Berechnungen des hydraulischen Abgleichs.

Ist bei einem Brennwertgerät eine hydraulische Weiche gefordert, muss der hydraulische Abgleich für die Heizkörper mit möglichst niedriger Vorlauftemperatur gerechnet werden. Damit wird ein höherer Kondensatfluss bei Brennwertgeräten erreicht. Das Problem bei einer niedrigen Vorlauftemperatur, die Temperatursprizung zwischen Vor- und Rücklauf wird niedrig und somit steigt die Umlaufwassermenge im Heizkörper. In dem Fall wird von der Umwälzpumpe mehr Leistung und somit mehr Stromeinsatz gefordert.

Beispiel, Anlage ohne Weiche

Mit hoher Temperaturspreizung 50 °C Vorlauf  29°C Rücklauf  hat der Heizkörper eine Heizleistung von 540 Watt. Die Wassermenge durch den Heizkörper beträgt in dem Fall 22 l/Stunde. Bei 10 Heizkörpern in der Anlage macht das 220 l  Gesamtumlaufmenge Wasser die Stunde.

HK Hyd Abgl hohe VL

Beispiel, Anlage mit Weiche

Gleicher Raum und niedriger Temperaturspreizung müssen für 560 Watt Heizleistung 40°C Vorlauf 36°C Rücklauf gerechnet und eingestellt werden. Die Wassermenge durch den Heizkörper beträgt in dem Fall 121 l/Stunde. Bei 10 Heizkörpern in der Anlage macht das 1210 l die Stunde Gesamtumlaufmenge Wasser.

Heizk. abgleich wenig Wasser

Fazit der Beispiele

Die Beispiele sind rein theoretisch anzusehen, die Praxis sieht meist anders aus. Das ist aber kein Freibrief für eine hydraulische Weiche beim Brennwertkessel.

Vergleich der Beispiele: Beispiel ohne Weiche zu mit Weiche sind das ca. 5% mehr Brennstoffverbrauch. Dazu kommen noch Stromkosten für eine weitere Pumpe und höhere Stromkosten durch die erhöhte Wassermenge.

Wird der Abgleich mit Weiche und hoher Vorlauftemperatur nach der Optimus Studie  gerechnet und eingestellt sind das ca. 9% höherer Verbrauch.

Ihr Bernd Wulfestieg

Veröffentlichen oder anderer Gebrauch der Texte und / oder Bilder in Gänze oder in Ausschnitten nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

Der Text ist geistiges Eigentum des Autors.

Kommentar verfassen