Video: Energieverlust Gas Heizkessel.

Der Text aus dem Video

Der Text zum Film Problemheizkessel

Es gibt Möglichkeiten, mit wenig Maßnahmen bei den Problemkesseln, Atmosphärische Gasniedertemperaturkesseln, den Verbrauch merkbar zu mindern.

Dazu gehört, möglichst niedrige Temperaturen im Heizkessel erzeugen und dafür zu sorgen, dass immer eine Wasserdurchströmung im Heizkessel passiert.

Das Hauptproblem: die meisten Nutzer in kleinen Gebäuden stellen den Heizkörperthermostat niedrig ein oder nutzen nicht alle Heizkörper, die z.B. im Wohnzimmer stehen. Das bedeutet, der Heizkessel wird nicht mehr optimal durchströmt und heizt stark nach. Die Kesseltemperatur ist hoch.

Als Beispiel, als in meinem Haus noch ein Atmosphärischer Gasniedertemperaturheizkessel stand, hatte ich einen Gasverbrauch von ca. 29.000 kWh im Jahr. Damals habe ich zu jeder Zeit, in der ich nicht anwesend war, die Heizkörper und den Heizkessel abgesenkt. Behaglichkeit trotz hoher Raumtemperaturen über 25°C unangenehm.

Nach 3 Jahren habe ich einen Versuch gewagt. Ich habe die Heizkesselregelung abgesenkt auf eine Heizkurve, die mit sehr niedrigen Kesseltemperaturen/Systemtemperaturen arbeitet. Maximale Temperatur bei -10°C Außen 55°C im Vorlauf. Das bedeutet bei den normalen Außentemperaturen Vorlauftemperaturen zwischen 27- 40°C.

Abgesenkt wurde zu keiner Zeit mehr, weil für das Wiederaufheizen die Vorlauftemperaturen verdoppelt werden müssten.

Das bedeutet aber auch, dass häufiger die Heizkörper gefühlt kaum warm sind. Wichtig ist die Wohnbehaglichkeit, die ist bei mir nach der Umstellung so gestiegen, dass ich auch im tiefsten Winter im T-Shirt bei 23°C im Haus sitze. Das war vor der Umstellung nicht möglich, weil durch die hohen Heizkörpertemperaturen erhebliche Luftbewegungen im Raum waren. Ursache dafür in einem anderen Video.

Das Weitere, durch die Umstellung habe ich den Verbrauch auf ca. 23 – 25.000 kWh Gas im Jahr herunterbekommen.

Also: Heizkörper groß aufdrehen, Heizkessel herunterstellen, keine Absenkung, dadurch werden Wände und Möbel warmgehalten.

Eine Maßnahme die zum Beispiel, optimal für Wärmepumpen ist.

Diese Einstellung funktioniert leider nur in Einfamilienhäusern. Mehrfamilienhäuser im nächsten Bild .

Es gibt Möglichkeiten, mit wenig Maßnahmen auch bei großen Problemkesseln den Verbrauch merkbar zu mindern.

Anpassen der Heizungsregelung an den Gebäudebedarf. Heizkurveneinstellung auf 70°C bei -10 °C einstellen. Das ist der Standard.

Ich habe festgestellt, dass in 90% der von mir besuchten Gebäuden, kommunale Gebäude, Wohnungseigentümergemeinschaften, Mietshäusern, Nahwärmeversorgung, die Heizungsregelung viel zu hoch eingestellt war, in Mehrkesselanlagen die Kessel sämtlich aufgeheizt sind. Das ist besonders in Gebäuden mit Atmosphärischen Gasniedertemperaturheizkesseln ein großes Problem.

Ursache ist in den meisten Fällen zu geringe Wärmeversorgung einzelner Heizkörper an den Enden von Heizungsverteilleitungen.

In diesen Fällen wird gern die Heizungspumpe viel zu hoch eingestellt mit der Folgewirkung, dass in einzelnen Heizkörpern Fließgeräusche entstehen und der Stromverbrauch steigt. Weiterhin wird die Heizungsregelung meist so hoch eingestellt, dass auch bei Außentemperaturen über 15°C 70°C Heizungswasser zur Verfügung steht, die Kesseltemperatur ist fast immer im Bereich 80 – 100°C.

Abhilfe mit sehr hohem Spareffekt, Optimierung der Wasserverteilung durch eine Wasserdurchflussreduzierung einzelner Heizkörper, wie sie z.B. bei dem hydraulischen Abgleich nach der Optimus Studie durchgeführt wird. Meist reicht aber auch eine einfache Wassermengenbegrenzung z.B. an voreinstellbaren Rücklaufverschraubungen oder an Strangventilen. Nach der Wassermengenreduzierung unbedingt die Heizungsregelung und Kesselregelung auf den Standard zurückstellen.

Auch hierbei ist eine Einsparung von 15% oder mehr möglich.

Kommt zu den geschilderten Problemen noch eine Mehrkesselanlage dazu, kann es zu erheblicheren unnützen Energieverlusten kommen.

In fast allen Heizungsanlagen mit mehreren Heizkesseln, deutlich über 100, habe ich bisher vorgefunden, dass alle Heizkessel durchgängig jahreszeitlich unabhängig bei Temperaturen über 80°C stehen. Gerade bei solchen Kesselanlagen mit Atmosphärischen Gasniedertemperaturheizkesseln ist durch korrektes Einstellen der Folgeschaltung und der Heizungsregelung ein Einsparpotenzial von bis 40% Gas möglich. Kosten für die Einstellung Regelung, Vorrangschaltung und Einschränkung des Wasserdurchlaufs meist unter 1.000€

Leider ist diese Problematik auch Installateuren unbekannt. Einstellung von Kesselfolgeschaltungen ist in der Regel ein Buch mit 7 Siegeln. Für Schulungen gibt es kaum noch Sachkundige, dabei ist Energie und damit CO2 einsparen so einfach.

Wirkung des Austausches eines Atmosphärischen Gasniedertemperaturheizkessels gegen ein Brennwertheizgerät. 

Bei Nachfragen nach einem Jahr einiger von meinem Betrieb ausgetauschten Heizkessel, Brennwert gegen Atmosphärischen Niedertemperaturheizkessel ergab in den meisten Fällen eine Energieeinsparung von ca. 30%, häufig mehr.

Kosten eines solchen Austauschs  ohne Warmwasser im Mittel ca. 4.500 – 6.500€.

In Deutschland haben wir ca. 16 Millionen Ein oder Zweifamilienhäuser.

Grob geschätzt werden davon noch 2 – 3 Millionen mit Atmosphärischen Gasniedertemperaturheizkesseln beheizt.

Wenn davon 100.000 Gebäude im Jahr auf Brennwert umgerüstet werden und davon ausgegangen werden kann, dass in diesen Gebäuden 25.000 kWh Gas im Jahr gebraucht wird, dann sind das ein CO2 Eintrag von 6 Tonnen pro Haus, gesamt 600.000 Tonnen für diese 100.000 Einfamilienhäuser.

Wenn davon ausgegangen wird, dass bei einem Umbau dieser  Atmosphärischen Gasniedertemperaturheizkessel auf Gasbrennwert ein Mindesteinsparerfolg pro Kessel von 28% gegeben ist,  könnten pro Jahr 168.000 Tonnen CO2 nur durch diese Maßnahme gespart werden.

Was fehlt, ist ein Anreiz den Austausch durchzuführen, zum Beispiel mit einer Förderung.

Als Vergleich: werden 100.000 Einfamilienhäuser mit solarer Warmwasserunterstützung ausgerüstet, so spart das pro Haus 0,45 Tonnen CO2 im Jahr. Gesamt 45.000 Tonnen im Jahr.

Noch spannender wird ein Kesseltausch gegen eine Luft- Wasser- Wärmepumpe betrieben mit CO2 neutralen Strom.

CO2 Einspareffekt 600.000 Tonnen im Jahr.

Die Problematik der Systemtemperaturanforderung habe ich kurz angesprochen. Dafür plane ich ein eigenes Video. Das größere Problem bei Wärmepumpen sind die Installationskosten die ohne Warmwasser ca. 25 – 30.000€ betragen. Somit liegen die Installationskosten noch deutlich über den Kosten für ein Gasbrennwertheizgerät. Wenn zumindest die Verbrauchskosten unter den Verbrauchskosten eines Gasbrennwertgeräts läge, könnte man als verantwortungsvoller Energieberater, der das Bestmögliche für den zu Beratenden beschreibt, eine kleine Amortisation und eine große Hilfe für die Umwelt beschreiben. Leider liegen die Verbrauchskosten in der Praxis, trotz Wärmepumpenstrom, noch deutlich über den Verbrauchskosten eines Gasbrennwertgeräts.

Es wird in unserem Staat viel gefördert, auch Unnützes, warum wird der Strompreis für Wärmepumpen nicht auf ein Niveau gesetzt, das eine geringe Amortisation einer Wärmepumpe gegenüber einem Gasbrennwertgerät gegeben ist?

Bei hoher Nachfrage nach Wärmepumpen wird sich deren Technik verbessern und durch Massenproduktion die Geräte preiswerter gestalten. 

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